Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte

Welche Gründe führen zu einer Berufsunfähigkeit? Brauch ich so eine Versicherung überhaupt? Welche Leistungen erhalte ich aus meinem Versorgungswerk? Wie hoch sollte meine Rente sein? Welche Leistungen sollte mein Vertrag beinhalten?  

Sie als Arzt und Ihre Kollegen sehen in Ihrem Alltag sehr oft Krankheitsfälle oder Unfälle, welche zu einer Berufsunfähigkeit führen können. Bereits jeder vierte in Deutschland wird mittlerweile berufsunfähig! Sollten Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können, schützt Sie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung vor finanziellen Problemen und sichert Ihren Lebensstandard.

Hier die Häufigsten Gründe die zu einer Berufsunfähigkeit führen:

Grundsätzlich kann die Berufsunfähigkeit jeden Treffen, egal ob Angestellter, Selbstständiger oder Ärzte. Vor Krankheiten oder Unfällen ist niemand gefeit. Selbst der Altersbedingte körperliche Verschleiß kann früher oder später jeden einholen.

Eines der größten Risiken ist der Verlust der Arbeitskraft

Schätzungsweise stellen Pro Jahr ca. 400.000 Berufstätige Menschen einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Und Laut Statistik sind nicht Unfälle die häufigste Ursache hierfür, sondern wie Sie aus dem obenstehenden Schaubild entnehmen können psychische Erkrankungen wie Burn Out, Erkrankungen des Bewegungsapparates oder Krebs.

Welche Leistungen erhalten ich aus meinem Versorgungswerk?

Das zuständige Versorgungswerk (bei uns in Kempten im Allgäu ist das Bayern hierzu zählen u.a. die ehemaligen Regierungsbezirke Pfalz und Rheinhessen des Landes Rheinland-Pfalz,) ist die gesetzlich verpflichtende Rentenversicherung für Ärzte, also eine Pflichtversicherung, die erstmal jeder Arzt haben muss. Hierunter fallen Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte.

Zunächst einmal leistet das Versorgungswerk Zahlungen bei Altersrente (Altersruhegeld) und im Todesfall an Hinterbliebene (Witwen / Witwer Rente). Auszahlungen wegen Berufsunfähigkeit sind eher selten.

Auszug aus einer Statistik der Bayerischen Ärzteversorgungskammer:

Auf der Seite des Versorgungswerks Bayern ist zu lesen:

Einen Anspruch auf Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Mitglied vor Vollendung des 65 Lebensjahres infolge eines körperlichen Gebrechens oder wegen einer Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte dauernd oder vorübergehend zur Ausübung seines Berufes unfähig ist. Dies klingt auf den ersten Blick gar nicht schlecht.

Größter Nachteil ist jedoch, dass eine Leistung im BU-Fall nur gewährt wird, wenn die Berufliche Tätigkeit vollständig aufgegeben wird!

Dies wird beim Bayerischen Versorgungswerk wie folgt ausgewiesen:

Hier wird klar, dass die eigentliche Berufsunfähigkeitsrente nur einer Erwerbsminderungsrente gleicht. Die monatliche Rente wird also nur ausbezahlt, wenn die Ärztliche Tätigkeit vollständig aufgegeben wird und auf keine andere Tätigkeit verwiesen werden kann.

Nehmen wir mal als Beispiel einen Chirurg, dieser verletzt sich beim Sport an der Hand und kann keine Operationen mehr durchführen (dies würde zu einer Rente bei einer Privaten BU-Versicherung führen)  theoretisch kann dieser Arzt jedoch noch eine Tätigkeit in einer Praxis für Allgemeinmedizin ausführen, dies führt dazu das das Versorgungswerk eine Leistung für Berufsunfähigkeit verweigert, da eine 100%ige Aufgabe des Berufs nicht gegeben ist.

Ein Oberlandesgericht hat beispielsweise entschieden, dass ein Arzt, der noch einer Dozent Tätigkeit an einer berufsbildenden Schule ausüben kann, keine BU-Rente vom Versorgungswerk erhält. Hier genügt tatsächlich das „ausüben kann“ als Grund zur Ablehnung und bedeutet noch lange nicht, dass der Antragsteller auch schon eine entsprechende Stelle in Aussicht hat.

Genau deshalb ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig. Denn diese bezahlt Ihnen eine monatliche Rente sobald Sie Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit aufgrund von Erkrankungen, wie z.B. Krebs oder des Bewegungsapparates oder aufgrund von Unfällen sowie Psychischen Erkrankungen zu mindestens 50% und mehr als 6 Monaten nicht mehr ausüben können.

Und je früher man diese für sich abschließt, desto günstiger ist die monatliche Prämie!

Welche Leistungen sollten in meinem Vertrag enthalten sein?

Einige Versicherungsvermittler / Makler sprechen immer wieder davon wie wichtig bei der BU-Versicherung die Infektionsklausel sei. Ein Arzt könne sich ja schließlich mit einer Krankheit infizieren und ein Berufsverbot ausgesprochen bekommen. Sollte das so sein, werden Sie von Ihrem Versicherer eine Berufsunfähigkeitsrente ausbezahlt bekommen! Cool! Aber als Arzt sind Sie hier sowieso schon gut abgesichert.

Da wir in Deutschland so einige Gesetze haben, gibt es hierfür natürlich auch eins. Das Infektionsschutzgesetz, kurz IfSG genannt.

Hierin steht unter §56 nämlich folgendes:

(1) Wer auf Grund dieses Gesetzes als Ausscheider, Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger oder als sonstiger Träger von Krankheitserregern im Sinne von § 31 Satz 2 Verboten in der Ausübung seiner bisherigen Erwerbstätigkeit unterliegt oder unterworfen wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, erhält eine Entschädigung in Geld. 

Auf welche Details Sie achten sollten

Beispielsweise das Sie überhaupt einen hohen Versicherungsschutz erhalten, Nachversicherungsgarantien und verschiedene Dynamiken möglich sind, die monatliche Rente garantiert erhöht werden kann, der Vertrag immer noch passt, falls Sie vom angestellten Arzt in die eigene Praxis wechseln uvm.

Welche Rentenhöhe sollte ich den haben?

Im Netz kursiert meist sowas wie ungefähr 70% – 80% des jetzigen Nettoeinkommens. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Oder finden Sie das Ihr monatliches Einkommen, wenn Sie Berufsunfähig sind „pauschal“ bestimmt werden soll?

Die Höhe der monatlichen Rente kommt auf Ihre persönliche Situation an und richtet sich als Beispiel nach der Höhe Ihrer Finanziellen Ausgaben, Ihren gebildeten finanziellen Rücklagen, erhalten Sie Geldleistungen von anderen Stellen, wie viel müssen Sie monatlich für Ihre Altersrente zurücklegen? Dies alles und vieles mehr sind wichtige Punkte, welche bei der Findung der richtigen Rentenhöhe mit einfließen sollten.

Ihre Individuelle Versorgungslücke können wir in einem gemeinsamen Gespräch bestimmen und Ihnen dann eine passende Lösung anbieten. 

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