Fragen
Ein Rechtsstreit kann jeden treffen. Ob Kündigung im Job, ein Verkehrsunfall, Streit mit dem Vermieter oder Auseinandersetzungen mit Behörden – juristische Konflikte sind oft mit hohen Kosten verbunden. Schon eine Erstberatung beim Anwalt kostet mehrere Hundert Euro, ein Prozess vor Gericht schnell mehrere Tausend Euro. Wer hier unvorbereitet ist, scheut häufig den Gang zum Anwalt – und verzichtet schlimmstenfalls auf sein gutes Recht.
Eine private Rechtsschutzversicherung bewahrt Sie vor diesem Risiko. Sie übernimmt die Kosten für Anwälte, Gerichte, Gutachter und oft auch für außergerichtliche Mediation. So können Sie Ihre Ansprüche durchsetzen oder sich erfolgreich verteidigen, ohne die finanzielle Belastung fürchten zu müssen.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Bereiche abgesichert sind, welche Anbieter empfehlenswert sind, wie Wartezeiten und Selbstbeteiligungen funktionieren und worauf Sie beim Abschluss achten sollten.
Umfassender Schutz in vielen Lebensbereichen
Privat-, Berufs-, Verkehrs-, Immobilien- und Strafrechtsschutz sowie Sozialrecht können einzeln oder kombiniert abgeschlossen werden.
Was eine Rechtsschutzversicherung bezahlt
Übernommen werden Anwalts- und Gerichtskosten, Gutachter, Zeugengelder sowie die Kosten einer Mediation oder die der Gegenseite, wenn Sie unterliegen.
Wartezeiten beachten
Standardmäßig drei Monate, in Familien- und Erbrechtsstreitigkeiten bis zu zwölf Monate.
Beitragshöhe und Selbstbeteiligung
Der Beitrag richtet sich vor allem nach dem gewünschten Versicherungsschutz und einer festgelegten Selbstbeteiligung.
Vergleichen lohnt sich
Leistungen und Preise führender Anbieter wie Arag, KS Auxilia, Concordia, Itzehoer, Allianz oder Ergo variieren. Ein objektiver Vergleich lohnt sich.
Die private Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für rechtliche Auseinandersetzungen in verschiedenen Lebensbereichen. Dazu gehören Anwalts- und Gerichtskosten, Gebühren für Gutachter, Zeugengelder und oft auch die Kosten einer außergerichtlichen Mediation.
Versichert sind in der Regel nicht nur Sie als Versicherungsnehmer, sondern auch Ihr Ehe- oder Lebenspartner sowie Ihre Kinder – solange diese unverheiratet und in der Ausbildung sind. Manche Tarife schließen sogar im Haushalt lebende Angehörige wie Eltern oder Großeltern ein.
Die Versicherung stellt sicher, dass Sie Ihr gutes Recht durchsetzen können – unabhängig von Ihrem Einkommen.
Eine private Rechtsschutzversicherung besteht aus verschiedenen Modulen, die Sie individuell kombinieren können. Auf diese Weise lässt sich der Versicherungsschutz optimal an Ihre Lebenssituation anpassen.
Der Privatrechtsschutz bildet das Fundament jeder privaten Rechtsschutzversicherung. Er deckt Streitigkeiten des täglichen Lebens ab, die nicht mit Beruf, Verkehr oder Immobilien zusammenhängen. Typische Fälle sind Konflikte mit Händlern, Handwerkern oder Dienstleistern. Wenn Sie etwa ein Smartphone online kaufen und der Händler bei einem Defekt die Rücknahme verweigert, können Sie Ihre Ansprüche mit anwaltlicher Unterstützung durchsetzen. Auch bei Auseinandersetzungen mit Versicherungen oder Banken, bei fehlerhaften Reparaturen oder mangelhaften Handwerkerleistungen springt der Privatrechtsschutz ein. Gerade weil heute so viele Verträge online oder im Alltag abgeschlossen werden, ist dieser Baustein unverzichtbar.
Der Berufs-Rechtsschutz schützt Arbeitnehmer bei Streitigkeiten mit ihrem Arbeitgeber. Besonders wichtig ist er, weil im Arbeitsrecht in der ersten Instanz jede Partei ihre eigenen Kosten trägt – unabhängig davon, wer den Prozess gewinnt. Wenn Ihnen also überraschend gekündigt wird und Sie eine Kündigungsschutzklage einreichen, können ohne Versicherung mehrere tausend Euro anfallen. Ebenso hilfreich ist der Baustein bei Streit um Arbeitszeugnisse, Abmahnungen, Versetzungen oder ausstehende Gehälter. Auch Diskriminierung oder Benachteiligung am Arbeitsplatz können über den Berufs-Rechtsschutz rechtlich geprüft und durchgesetzt werden. Für Arbeitnehmer gehört dieser Bereich deshalb zu den wichtigsten Bestandteilen einer Rechtsschutzversicherung.
Der Verkehrs-Rechtsschutz schützt Sie umfassend als Verkehrsteilnehmer – nicht nur beim Autofahren, sondern auch als Motorradfahrer, Radfahrer oder Fußgänger. Abgesichert sind Auseinandersetzungen nach Verkehrsunfällen, Bußgeldverfahren oder Streitigkeiten mit Werkstätten, Autohändlern und Leasinggesellschaften. Stellen Sie sich vor, Sie erhalten einen Bußgeldbescheid wegen angeblicher Vorfahrtverletzung, obwohl Sie gar nicht schuld waren – dann übernimmt der Verkehrs-Rechtsschutz die Kosten Ihrer Verteidigung. Auch wenn Sie als Radfahrer von einem Pkw erfasst werden und es Streit um die Schuldfrage gibt, oder wenn eine Leasingwerkstatt sich weigert, einen versteckten Mangel am Fahrzeug zu beheben, hilft Ihnen der Verkehrs-Rechtsschutz weiter. Dieser Bereich kann bei Bedarf auch einzeln abgeschlossen werden und zählt zu den beliebtesten Modulen, da Verkehrsstreitigkeiten sehr häufig vorkommen.
Der Wohnungs- und Immobilienrechtsschutz ist für Mieter wie Eigentümer gleichermaßen wichtig. Mieter profitieren, wenn sie sich gegen eine unrechtmäßige Kündigung wehren oder fehlerhafte Nebenkostenabrechnungen anfechten müssen. Eigentümer sind abgesichert bei Streitigkeiten mit Nachbarn über Grundstücksgrenzen, Lärm oder Bauvorhaben sowie bei Konflikten mit Handwerkern, die Bau- oder Sanierungsarbeiten mangelhaft ausführen. Auch Auseinandersetzungen mit Behörden, etwa wegen einer Baugenehmigung, können über diesen Baustein abgesichert sein. Für Vermieter ist er besonders interessant, da er auch Räumungsklagen und die gerichtliche Durchsetzung von Mietforderungen abdeckt. Ein spezieller Vermieterrechtsschutz kann zudem separat abgeschlossen und steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Der erweiterte Strafrechtsschutz ist von großer Bedeutung, wenn Ihnen eine Straftat vorgeworfen wird, die nicht vorsätzlich begangen wurde. In solchen Situationen können Verteidigungskosten immens hoch sein. Typische Fälle sind der Vorwurf einer fahrlässigen Körperverletzung nach einem Verkehrsunfall oder unberechtigte Anschuldigungen durch Nachbarn. Auch im Steuerrecht kann er eingreifen, etwa wenn Ihnen eine fahrlässige Steuerverkürzung unterstellt wird. Da Strafverfahren nicht nur teuer, sondern auch belastend sind, sorgt dieser Baustein dafür, dass Sie sich jederzeit umfassend verteidigen können – unabhängig von Ihrer finanziellen Lage.
Der Sozialrechtsschutz greift bei Streitigkeiten mit Sozialversicherungsträgern wie Krankenkassen, Rentenversicherungen, Unfallversicherungen oder Arbeitsagenturen. Besonders häufig geht es hier um abgelehnte Leistungen, die ohne anwaltliche Hilfe schwer durchsetzbar sind. Wenn Ihre Krankenkasse etwa eine dringend notwendige Behandlung nicht übernehmen will, können Sie mit Unterstützung eines Anwalts auf Kostenerstattung klagen. Ebenso wichtig ist der Schutz bei Rentenverfahren, zum Beispiel wenn eine Erwerbsminderungs- oder Berufsunfähigkeitsrente nicht anerkannt wird. Auch Auseinandersetzungen mit der Agentur für Arbeit über Arbeitslosengeld lassen sich über diesen Baustein abdecken. Da Verfahren vor Sozialgerichten oft langwierig und kompliziert sind, ist der Sozialrechtsschutz ein wertvolles Element der privaten Rechtsschutzversicherung.
👉Gerade wenn es um die Anerkennung einer Erwerbsminderungs- oder Berufsunfähigkeitsrente geht, ist eine zusätzliche Absicherung über eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.
Berechnen Sie in wenigen Schritten Ihren individuellen Tarif.
Privatrechtsschutz: Sie kaufen ein Smartphone online, das Gerät ist defekt und der Händler verweigert die Rücknahme. Oder nach einem Wasserschaden streitet der Handwerker jede Verantwortung ab.
Berufsrechtsschutz: Ihnen wird überraschend gekündigt – Sie klagen erfolgreich auf Weiterbeschäftigung. Auch eine Abmahnung kann rechtlich überprüft werden.
Verkehrsrechtsschutz: Sie erhalten einen Bußgeldbescheid wegen angeblicher Vorfahrtverletzung. Oder als Radfahrer werden Sie von einem Pkw erfasst – die Schuldfrage ist umstritten.
Immobilienrechtsschutz: Ein Nachbar streitet die Grenze Ihres Grundstücks an oder Sie wehren sich gegen eine unrechtmäßige Kündigung.
Strafrechtsschutz: Nach einem Verkehrsunfall wird Ihnen fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.
Sozialrechtsschutz: Ihre Krankenkasse lehnt die Kostenübernahme für eine medizinisch notwendige Behandlung ab.
Grundsätzlich können Sie eine private Rechtsschutzversicherung jederzeit abschließen. Wichtig ist: Sie darf nicht zur Absicherung eines bereits laufenden Konflikts genutzt werden. Deshalb ist es ratsam, die Versicherung frühzeitig abzuschließen – bevor ein Streitfall absehbar ist.
Eine Rechtsschutzversicherung greift, sobald ein Streitfall in einem versicherten Bereich entsteht und die vereinbarte Wartezeit abgelaufen ist. Versichert sind sowohl außergerichtliche Verfahren – etwa anwaltliche Schreiben oder eine Mediation – als auch gerichtliche Verfahren über alle Instanzen hinweg.
Wichtig ist jedoch: Der Versicherungsschutz beginnt erst, wenn der Erstbeitrag gezahlt wurde. Ohne die fristgerechte Beitragszahlung haben Sie keinen Anspruch auf Leistungen. Auch wenn die Wartezeit bereits abgelaufen ist, prüft der Versicherer im Ernstfall, ob der Vertrag wirksam in Kraft getreten ist. Erst wenn die Zahlung eingegangen ist, besteht voller Versicherungsschutz.
In den meisten Bereichen beträgt die Wartezeit einer Rechtsschutzversicherung drei Monate. Das bedeutet: Erst nach Ablauf dieser Frist können Sie die Leistungen der Versicherung in Anspruch nehmen. Diese Regelung soll verhindern, dass eine Police erst dann abgeschlossen wird, wenn ein konkreter Streitfall bereits absehbar ist.
Die dreimonatige Wartezeit gilt insbesondere für arbeitsrechtliche Streitigkeiten, etwa bei Kündigungen, Abmahnungen oder Versetzungen. Auch bei Vertragskonflikten, beispielsweise nach einem fehlerhaften Kaufvertrag oder bei Problemen mit Dienstleistern, greift der Schutz erst nach Ablauf dieser Frist. Gleiches gilt im Sozialrecht, wenn es um Auseinandersetzungen mit Krankenkassen oder Rentenversicherungsträgern geht.
In besonders sensiblen Rechtsbereichen gilt eine längere Wartezeit von in der Regel zwölf Monaten. Das betrifft insbesondere Streitigkeiten im Familienrecht, etwa bei Scheidungsverfahren, Unterhaltsforderungen oder Fragen zum Sorgerecht. Auch im Erbrecht greift diese verlängerte Frist, beispielsweise wenn es um die Anfechtung eines Testaments, die Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen oder Auseinandersetzungen unter Erben geht.
Einige Anbieter haben hier besonders starke Leistungen. So bietet die Arag mit ihrem Premium-Tarif eine sehr umfangreiche Absicherung im Bereich des Erbrechts. Auch die Concordia überzeugt im Sorglos-Tarif mit starken Leistungen, die sowohl das Familien- als auch das Erbrecht einschließen.
Berechnen Sie in wenigen Schritten Ihren individuellen Tarif.
Auch wenn die private Rechtsschutzversicherung in vielen Lebensbereichen umfangreichen Schutz bietet, gibt es bestimmte Szenarien, in denen sie keine Leistungen übernimmt. Das ist wichtig zu wissen, um im Ernstfall keine falschen Erwartungen zu haben. So besteht beispielsweise kein Anspruch auf Kostenübernahme, wenn bereits ein Streitfall vor Vertragsabschluss bekannt war oder wenn Sie bewusst gegen Gesetze verstoßen haben. Ebenso werden Verfahren ohne realistische Erfolgsaussichten nicht finanziert.
Nicht übernommen werden unter anderem:
Geld- oder Freiheitsstrafen
vorsätzlich begangene Straftaten
bereits laufende Streitigkeiten bei Vertragsabschluss
Fälle ohne rechtliche Grundlage
Beispiel: Wer bereits eine Kündigung erhalten hat und erst dann eine Rechtsschutzversicherung abschließt, kann die Kosten für die Kündigungsschutzklage nicht geltend machen.
Die private Rechtsschutzversicherung übernimmt im Ernstfall eine Vielzahl von Kosten, die bei rechtlichen Auseinandersetzungen entstehen können. Dazu gehören in erster Linie die Anwaltskosten, also sowohl die Beratung als auch der gesamte Schriftverkehr und die Vertretung vor Gericht. Auch die Gerichtskosten selbst werden übernommen, die je nach Streitwert schnell mehrere tausend Euro betragen können.
Darüber hinaus trägt die Versicherung die Kosten für Sachverständige und Gutachter, die in vielen Verfahren entscheidend sind, sowie die Entschädigung von Zeugen, die vor Gericht aussagen müssen. Sollte der Prozess nicht zu Ihren Gunsten ausgehen, übernimmt die Rechtsschutzversicherung außerdem die Kosten der Gegenseite, sofern Sie dazu gesetzlich verpflichtet sind. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Mediation: Viele Versicherer tragen auch die Kosten für eine außergerichtliche Einigung, die häufig schneller, günstiger und nervenschonender ist als ein Gerichtsverfahren.
Eine allgemeingültige „beste“ Versicherung gibt es nicht. Der passende Tarif hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.
Als unabhängiger Versicherungsmakler vergleichen wir für Sie objektiv alle Anbieter. Dabei prüfen wir nicht nur die Beiträge, sondern auch die Leistungen, Sublimits, Wartezeiten und Selbstbeteiligungen. So finden wir die für Sie beste Kombination aus Preis und Leistung.
Anwälte legen bei der Auswahl einer Rechtsschutzversicherung besonderen Wert auf die Leistungsqualität. Besonders wichtig ist dabei die freie Anwaltswahl, denn sie ermöglicht es, den eigenen Rechtsbeistand unabhängig vom Versicherer auszuwählen. Auch eine ausreichend hohe Deckungssumme spielt eine zentrale Rolle – empfohlen werden mindestens 500.000 Euro, besser jedoch eine unbegrenzte Kostendeckung. Ebenso achten Juristen auf eine gute telefonische Erstberatung, die den Versicherten schnell Orientierung bietet, sowie auf eine starke Absicherung in sensiblen Bereichen wie Familien- und Erbrecht.
In der Praxis werden von Anwälten häufig bestimmte Anbieter hervorgehoben. Dazu zählt die Arag mit ihrem Premium-Tarif, der vor allem im Erbrecht besonders umfangreiche Leistungen vorsieht. Auch die KS Auxilia wird gerne empfohlen, da sie flexible Selbstbeteiligungsmodelle anbietet und in vielen Bereichen als kundenfreundlich gilt. Ebenfalls genannt wird die Concordia, deren Sorglos-Tarif durch starke Leistungen im Familien- und Erbrecht überzeugt.
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Versicherer können kündigen, wenn:
mehrere Schadenfälle in kurzer Zeit eingereicht werden,
falsche Angaben im Antrag gemacht wurden,
Beiträge nicht gezahlt werden.
Auch Sie als Kunde haben ein Sonderkündigungsrecht nach einem Schadenfall oder bei Beitragserhöhungen.
Ja, viele Rechtsschutzversicherer bieten ihren Kunden eine kostenlose telefonische Erstberatung an. Damit können Sie bei einem rechtlichen Problem sofort einen Anwalt kontaktieren und erhalten eine erste Einschätzung zur Erfolgsaussicht Ihres Anliegens. Diese Beratung hilft, den Sachverhalt rechtlich einzuordnen und zu entscheiden, ob sich weitere Schritte wie eine Klage oder ein Vergleich lohnen.
Manche Tarife gehen sogar noch weiter und übernehmen die Kosten für eine einmalige persönliche Erstberatung – selbst dann, wenn danach kein Gerichtsverfahren folgt. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie unsicher sind, ob ein Konflikt überhaupt juristisch durchsetzbar ist, oder wenn Sie zunächst nur eine professionelle Meinung einholen möchten.
Eine Erstberatung ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll: Sie gibt Ihnen Orientierung in einer oft unübersichtlichen Rechtslage, hilft Fehlentscheidungen zu vermeiden und kann in vielen Fällen bereits zur außergerichtlichen Lösung des Konflikts beitragen. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur Zeit und Nerven, sondern im besten Fall auch hohe Prozesskosten.
Die Höhe der Selbstbeteiligung ist ein entscheidender Faktor bei der Gestaltung einer Rechtsschutzversicherung, da sie unmittelbar Einfluss auf die Beitragshöhe hat. Grundsätzlich gilt: Je höher die Selbstbeteiligung, desto günstiger der monatliche oder jährliche Beitrag. Versicherte sollten deshalb genau abwägen, welches Modell am besten zu ihrer persönlichen Situation passt.
Tarife ohne Selbstbeteiligung bieten den größtmöglichen Komfort, da im Schadenfall keinerlei Eigenkosten anfallen. Allerdings sind diese Verträge entsprechend teuer und für viele Versicherte nicht wirtschaftlich sinnvoll. Weit verbreitet ist deshalb eine moderate Selbstbeteiligung von 150 bis 300 Euro pro Schadenfall. Dieses Modell sorgt für eine spürbare Reduzierung der Beiträge und bleibt gleichzeitig für den Versicherten überschaubar, falls es doch zu einem Rechtsstreit kommt.
Ein besonders kundenfreundliches Modell ist die sogenannte fallende Selbstbeteiligung, die beispielsweise von der KS Auxilia angeboten wird. Hier beginnt die Selbstbeteiligung zunächst bei 400 Euro. Bleibt der Versicherte jedoch über einen bestimmten Zeitraum schadenfrei, reduziert sich dieser Betrag Jahr für Jahr. Nach einem Jahr ohne Inanspruchnahme sinkt die Selbstbeteiligung auf 300 Euro, nach zwei Jahren auf 200 Euro und so weiter – bis sie im Idealfall komplett entfällt. Dieses Modell belohnt schadenfreies Verhalten und motiviert Versicherte, die Rechtsschutzversicherung nicht bei jeder Kleinigkeit, sondern wirklich im Bedarfsfall zu nutzen.
Kinder sind in der Regel bis zum Ende ihrer ersten Ausbildung oder ihres Erststudiums in der Rechtsschutzversicherung der Eltern mitversichert. Dazu zählt sowohl eine klassische Berufsausbildung als auch ein Hochschulstudium. Wird ein Masterstudium direkt an den Bachelor angeschlossen, gilt dies ebenfalls noch als erste Ausbildung. Wichtig ist, dass die Kinder unverheiratet sind und in der Regel noch im Haushalt der Eltern leben.
Darüber hinaus setzen manche Versicherer ein zusätzliches Höchstalter fest, das meist bei 25 Jahren liegt. Sobald das Kind die erste Ausbildung abgeschlossen hat, ein eigenes Einkommen erzielt oder das Höchstalter überschritten ist, endet die Mitversicherung. In diesem Fall sollte rechtzeitig geprüft werden, ob ein eigener Rechtsschutzvertrag sinnvoll ist.
Die private Haftpflichtversicherung (PHV) und die Rechtsschutzversicherung werden häufig miteinander verwechselt, erfüllen jedoch völlig unterschiedliche Aufgaben. Die Privathaftpflichtversicherung springt ein, wenn Sie anderen Personen einen Schaden zufügen – sei es ein Personen-, Sach- oder Vermögensschaden. Sie übernimmt in solchen Fällen nicht nur die Regulierung des Schadens, sondern auch die sogenannte passive Rechtsschutzfunktion. Das bedeutet: Wenn jemand unberechtigte Forderungen gegen Sie stellt, wehrt die Haftpflichtversicherung diese Ansprüche für Sie ab – notfalls auch vor Gericht. Sie schützt Sie also vor finanziellen Folgen von Schadensersatzforderungen Dritter und gleichzeitig vor unbegründeten Forderungen.
Die Rechtsschutzversicherung hingegen unterstützt Sie, wenn Sie Ihr eigenes Recht durchsetzen wollen. Sie übernimmt die Kosten für Anwälte, Gerichte, Gutachter oder Zeugen, wenn Sie selbst aktiv werden müssen.
Praxisbeispiele:
Privathaftpflichtversicherung: Sie stoßen versehentlich einen Bekannten vom Fahrrad, dieser verletzt sich und verlangt Schadensersatz. Die PHV zahlt den Schaden oder wehrt unberechtigte Ansprüche ab.
Rechtsschutzversicherung: Ihr Arbeitgeber zahlt über Monate hinweg Ihr Gehalt nicht. Sie klagen erfolgreich auf Zahlung, und die Rechtsschutzversicherung übernimmt sämtliche Kosten des Verfahrens.
👉Mehr Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur Privathaftpflichtversicherung.
Die Kosten einer Rechtsschutzversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind in erster Linie die gewählten Leistungsbausteine, also ob Sie lediglich den Verkehrsrechtsschutz absichern oder zusätzlich Privat-, Berufs- sowie Immobilienrechtsschutz miteinschließen. Je umfassender der Schutz, desto höher fällt der Beitrag aus. Auch die Höhe der Selbstbeteiligung hat einen wesentlichen Einfluss: Tarife ohne Selbstbeteiligung sind deutlich teurer, dafür müssen Sie im Schadenfall nichts zuzahlen. Wählen Sie dagegen eine Selbstbeteiligung von 150 oder 300 Euro, reduziert sich die laufende Prämie spürbar.
Die Kosten unterscheiden sich zudem nach Anbieter und Tarifgestaltung. Während Basis-Tarife günstigere Beiträge bieten, decken Premium-Tarife mehr Leistungen ab und beinhalten oft auch erweiterte Rechtsbereiche wie Erb- oder Familienrecht. Auch die Frage, ob es sich um einen Single- oder Familientarif handelt, spielt eine Rolle. Für Einzelpersonen liegen die Beiträge in der Regel zwischen etwa 15 und 25 Euro im Monat, während Familientarife meist 25 bis 40 Euro monatlich kosten.
Ein interessantes Modell bietet die KS Auxilia mit der sogenannten fallenden Selbstbeteiligung. Hier starten Sie mit einer höheren Selbstbeteiligung von 400 Euro. Bleiben Sie jedoch schadenfrei, sinkt dieser Betrag jedes Jahr um 100 Euro – nach einem Jahr auf 300 Euro, nach zwei Jahren auf 200 Euro, und so weiter, bis die Selbstbeteiligung vollständig entfällt. Dieses Modell belohnt Kunden, die die Versicherung nicht bei jeder Kleinigkeit in Anspruch nehmen, und sorgt langfristig für eine deutliche Beitragsersparnis.
Berechnen Sie in wenigen Schritten Ihren individuellen Tarif.
Die private Rechtsschutzversicherung richtet sich in erster Linie an Privatpersonen und Arbeitnehmer. Streitigkeiten, die im Rahmen einer selbständigen oder freiberuflichen Tätigkeit entstehen, sind in der Regel nicht mitversichert. Wer als Selbständiger oder Unternehmer tätig ist, benötigt daher eine spezielle Gewerbe- oder Firmenrechtsschutzversicherung, um auch in diesem Bereich abgesichert zu sein.
Diese deckt zum Beispiel arbeitsrechtliche Streitigkeiten mit Mitarbeitern, Konflikte mit Geschäftspartnern, Vertragsstreitigkeiten oder auch steuer- und verwaltungsrechtliche Verfahren ab. Für Selbständige, Freiberufler und Betriebe ist sie daher eine sinnvolle Ergänzung zum privaten Rechtsschutz.
👉 Mehr Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zur Firmenrechtsschutzversicherung.
Als freier Versicherungsmakler im Allgäu – mit Standorten in Kempten und Sonthofen – unterstützen wir Sie bei der Auswahl der passenden Rechtsschutzversicherung. Wir vergleichen objektiv die Tarife führender Anbieter wie Arag, KS Auxilia, Concordia, Itzehoer, Allianz und Ergo und beraten Sie persönlich sowie digital bundesweit. So finden wir die beste Lösung für Ihre individuellen Bedürfnisse – zuverlässig, kompetent und langfristig.
Die private Rechtsschutzversicherung schützt Sie in allen wichtigen Lebensbereichen – von privaten Verträgen über Arbeits- und Verkehrsrecht bis hin zu Immobilien-, Familien- und Erbrechtsstreitigkeiten. Anbieter wie Arag, KS Auxilia, Concordia und Itzehoer bieten starke Tarife mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Mit flexiblen und fallenden Selbstbeteiligungen, klaren Wartezeiten und Zusatzleistungen wie kostenloser Erstberatung erhalten Sie einen umfassenden Schutz. Frühzeitig abgeschlossen, ist die Versicherung ein unverzichtbarer Partner für Ihre Rechtssicherheit.
Jederzeit – solange noch kein Streitfall besteht.
Abhängig vom Bedarf – wir vergleichen objektiv Anbieter wie Arag, KS Auxilia, Concordia, Allianz, Ergo.
150–300 €, alternativ fallende SB wie bei KS Auxilia.
Nein – aber Vermieterrechtsschutz ist steuerlich absetzbar.
Ordentlich zum Ablauf (3 Monate Frist) oder außerordentlich nach einem Schadenfall oder Beitragserhöhung.